Ich erwarte vom Bäcker, dass man sein Brot essen kann und von der Friseuse, dass sie mir die verbliebenen Haare und nicht die Ohren abschneidet. Aber wie ich nun wiedermal lernen musste, Anspruchsdenken, das ein Mindestmaß an Professionalität verlangt, ist an der Charité fehl am Platz. Das Arbeiten im PJ-Büro befähigt offensichtlich nicht dazu, auch PJler wirklich zu betreuen.
Sekretärin am Telefon: “Da ist wohl was schiefgelaufen.”
Die Ausgangslage war relativ einfach. Ein zuerst für das erste Tertial geplanter Auslandsaufenthalt im PJ habe ich auf das dritte verschoben, allerdings noch ohne Zusage aus dem Ausland und damit Verzicht auf einen PJ-Platz in Deutschland. Das Wahlfach wurde per Härtefallantrag an einen Ort (Virchow Klinikum) gebunden. Diese Informationen erreichten mit allen Scheinen und dem Antrag mehr als fristgerecht das Büro.
Das Ergebnis war verstörend. Für das erste Tertial keinen Platz, aber eine Aufforderung an der Einführung der Charité teilzunehmen. Also ein indirekter Hinweis auf einen Platz in einem der drei Häuser der Charité. Für das zweite Tertial das Wahlfach am richtigen Ort, dank Härtefallantrag. Für das dritte Tertial wieder überhaupt keinen Platz. Keine Hinweis. Nichts.
Die Begründung verblüfft. Die “Fachkraft” am Telefon begründete dies mit der, schon nicht mehr gültigen, Absicht im ersten Tertial ins Ausland zu gehen. Angeblich sei meine persönlich im Büro vorgetragene Änderung auf das dritte Tertial nicht aktenkundig. Warum wurde dann aber sowohl das erste, also auch das dritte Tertial gesperrt?
Was beutetet das für mich als Student im Endeffekt? Wahrscheinlich bedeutet es, dass für 2/3 meines PJs dort arbeiten werde, wo nach der ersten Rund noch Plätze frei waren, also keiner hin möchte. Grandios. Danke an das PJ-Büro der größten medizinischen Fakultät Europas.
Update: Die Restplatzzuweisung kam doch relativ schnell, nach 4 Tagen. Zweimal CCM, vermutlich aus einem geheimen Notvorrat an PJ-Plätzen. Weit entfernt vom Erstwunsch, aber immerhin innerhalb der Stadtgrenzen.